Ich bin jetzt schon seit zwei Monaten hier, seit einem Monat wohne ich im Bauwagen. Langsam wird es Zeit umzuschalten vom Urlaubsmodus zu „Ich arbeite, wohne und lebe jetzt hier“ und dementsprechend am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Auch wenn das vielleicht ein etwas großer Begriff ist.
Bereits in meiner 2. Woche war ich mit der Kollegin aus dem anderen Bauwagen in der Sylter Tagesbar zu einem Konzert. Die Atmosphäre war angenehm, wir nahmen uns vor, das öfter zu machen, doch leider schloss die Bar zum 01. Mai.
Am Ende eines jeden Monats findet in meinem Ort ein Poetry Slam statt. Ich hatte bisher noch nie einen gesehen, also gingen die Kollegin und ich am 29.04. ins Muasem Hüs – und es war toll. Am meisten hat mir ein Beitrag gefallen, der außerhalb des Wettbewerbes lief: Mona Harry mit Norden.
In der Nacht zum 01. Mai war ich mit 2 Freundinnen auf Kneipentour. Während die Kollegin sich ein Fitness-Studio gesucht hatte, wollte ich eher eine Kneipe finden. In Westerland wurden wir dann fündig: Das Cheers ist gemütlich und der Besitzer bekannt für seine große Musiksammlung. Und bei 11km pro Strecke brauche ich auch kein Fitness-Studio 😀
Allerdings habe ich auch noch den ebenfalls gemütlichen Friesenpesel im Ort, falls mir mal nach etwas Nähergelegenem ist …
Auch zum Männertag gingen wir wieder zusammen weg: Im Morsum Hüs spielte eine Sylter Band, die Oldie-Rock coverte. Die Stimme des Sängers hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen 😀
Überhaupt haben das Muasem Hüs und die Morsumer Kulturfreunde überraschend viel zu bieten für einen verhältnismäßig wenig vom Tourismus geprägten Ort wie Morsum.
Montags gibt es eine Bücherbörse, da kann man für 2 € Bücher kaufen oder sie, wenn man sie ausgelesen hat, gegen andere austauschen. Ideal bei meinen derzeitigen Platzverhältnissen.
Am 11. Mai waren die Kollegin und ich zu einem Konzert des FineArts-Gitarrenduos, Barock und Moderne im Dialog, eine interessante Kombination in sehr kleinem Kreis, fast herrschte Wohnzimmeratmosphäre.
Am 06. Mai nahm ich an einem Strandspaziergang mit MdB Konstantin von Notz am Strand in Wenningstedt teil. Zum einen habe ich hier keinen Strand, zum anderen wollte ich ja mal jeden Ort auf der Insel besuchen. Dank des kräftigen Ostwindes war der Strand voller Rippenquallen, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Das Wissen konnte ich gleich bei meinen Wattwanderungen anbringen 🙂
Am 16. Juni veranstalten die Kulturfreunde eine Landpartie, die Schutzstation wird sich mit einem Info-Tisch beteiligen, an dem wahrscheinlich die Kollegin und ich vertreten sein werden, da wir ja vor Ort wohnen.
Und am 21. Mai, dem Tag nach meinem Geburtstag, findet das alljährliche Anbaden statt. Momentan sind 13º vorausgesagt – brrr!
Mittlerweile (er)kennen mich manche Menschen im Ort, laden mich zu sich ein, bieten mir ihre Hilfe an oder winken mir im Vorübergehen zu.
Ich bin vielleicht noch nicht hier angekommen, aber ich fühle mich hier sehr willkommen!

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