17.04.2016 – Die Vorbereitungen
Da momentan noch keine Saison ist, finden – zumindest in den Gebieten der Vogelwarte – noch relativ wenige öffentliche Veranstaltungen wie Wattwanderungen oder ornithologische Führungen statt. Beschäftigt sind wir natürlich trotzdem. Neben den wöchentlichen Vogelzählungen findet zwischen dem 11. April und dem 10. Juni die Brutvogelkartierung statt.
Dazu wurde dieser Zeitraum in Zählabschnitte unterteilt, in denen wir in unsere Gebiete, die nochmals in kleinere Bereiche eingeteilt sind, gehen und nach Brutpaaren Ausschau halten. Theorie und Übung dazu fanden während unseres Einführungsseminars auf Amrum statt.
Mein erstes Kartierungsintervall für Kiebitze und Uferschnepfen begann am 16. April, ein Intervall dauert 5 Tage. In der ersten Hälfte des Kartierungszeitraumes werden die Niedrigwasser-Arten gezählt, danach die Hochwasser-Arten.

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Ich habe 4 Gebiete zum Kartieren. Da ich gestern und heute jeweils eine Wattwanderung habe, habe ich den Start für mein erstes Intervall auf morgen gelegt. Heute war ich mit dem Rad in einem meiner Gebiete unterwegs, um zu schauen, wo Wege langführen und von wo aus man einen guten Blick in die Felder hat. Es ist das Gebiet im Hinterland, das man vom Deich aus am schlechtesten überblicken kann. Zu meiner Beruhigung ist es aber kleiner, als es auf der Karte wirkte.

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Morgen geht es also los. Ich habe hier 7.39 und 20.00 Uhr Niedrigwasser, ich muss also früh aufstehen – brrr!
Auf meiner Begehung heute habe ich ein Kiebitz-Paar, ein Rotschenkel-Paar und ein Austernfischer-Paar gesehen, außerdem konnte ich Brandgänse bei der Balz beobachten 🙂

20.04.2016 – Der erste Zähldurchlauf

So. Das erste von insgesamt 8 Zählintervallen ist geschafft. Innerhalb von 3 Tagen habe ich 4 Gebiete ausgezählt. Eigentlich zählt man momentan nur Kiebitze und Uferschnepfen, man soll aber eigentlich alles zählen, was wie ein Brutpaar aussieht.
Im ersten Durchlauf habe ich gesehen:

44 Grauganspaare
31 Austernfischerpaare
18 Brandganspaare
13 Kiebitzpaare
9 Rotschenkelpaare
7 Uferschnepfenpaare
4 Pfuhlschnepfenpaar
3 Säbelschnäblerpaare
2 Sandregenpfeiferpaare
1 Kormoranpaar

Die Zahlen können sich noch ändern, da sich möglicherweise nicht alle Zweiergrüppchen am Ende wirklich als Brutpaare herausstellen. Ich habe im ersten Durchlauf lieber zu viele als zu wenige notiert.

Beim heutigen Gang durchs Hinterland haben mich 2 Kolleginnen begleitet. Wir waren erstaunt über die 7 Uferschnepfenpaare, Uferschnepfen sind wohl recht selten. Ich habe das erste Mal Säbelschnäbler gesehen und wir konnten Austernfischer bei der Paarung beobachten.

Auch für mich ist die Brutvogelkartierung ganz nützlich: Am Freitag findet meine erste ornithologische Führung statt und ich weiß nun, wo wer im Gelände sitzt und vielleicht sogar brütet 🙂

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