Das Angebot von Jenna Kosig, ihren Roman zu rezensieren, kam sehr passend: Ich hatte mal wieder ziemliche Lust auf einen Thriller, aber natürlich keinen ungelesenen mehr im Regal. Ich muss gestehen, dass ich bei Selfpublishern – leider – ziemlich skeptisch bin, doch Totenfreund hat mich positiv überrascht.

Vier Jahre, nachdem der Polizist David Westers seine Frau an einen Serienmörder verloren hat, wird auf einem Bauernhof eine Leiche gefunden. Ihr ganzer Körper ist mit Schnitten überzogen, in ihrer Hand hält sie einen Käfer. Ein ungutes Gefühl beschleicht David. Spätestens nach der zweiten Leiche und dem zweiten Käfer wird ihm klar, dass es eine unheilvolle Verbindung zu ihm gibt.

Totenfreund konnte mich, bis auf kleine Schwächen, inhaltlich wie sprachlich überzeugen. Jenna Kosig ist mit ihrem Roman nicht nur ein spannender Thriller gelungen, auch David Westers ist ein sehr sympathischer, authentischer Protagonist, von dem ich gern mehr lesen würde. Was erst mal klischeehaft klingt – Polizist verliert Frau an Mörder, muss sich von nun an um die kleine Tochter kümmern –, setzt die Autorin wirklich gut und überzeugend um.

Nach dem Verlust seiner Frau muss der Polizist seinen nervenaufreibenden und zeitintensiven Beruf und seine Rolle als Vater einer vierjährigen Tochter Mia unter einen Hut bekommen. Das gelingt ihm nicht immer, aber sowohl ich als auch Mia waren immer wieder geneigt, ihm seine kleinen Fehler zu verzeihen. Ihr Verhältnis und ihre Vater-Tochter-Insider werden sehr liebevoll beschrieben. Insgesamt sind die Emotionen in diesem Roman glaubhaft und anschaulich dargestellt.

Auf den ersten Seiten wirkt der Ausdruck an einigen Stellen etwas unbeholfen, doch die Autorin scheint schnell ihren eigenen Stil gefunden zu haben. Sie schreibt spannend und lebhaft, besonders die Traumsequenzen Davids verleihen dem Roman etwas Beunruhigendes. Manchmal hätte ich mir ein etwas ausschweifenderes Erzählen gewünscht.

Obwohl ich relativ schnell einen Verdacht hinsichtlich der Auflösung hatte, blieb die Spannung konstant hoch. Allerdings gab es 2 Szenen der Polizeiarbeit, die ich für unglaubwürdig halte.

Trotz des guten Ausdruckes gibt es auch einige sprachliche Schwächen, ein (weiteres) Korrektorat hätte dem Roman gutgetan. Außerdem gab es offenbar einen Fehler bei der Formatierung, denn fehlerhafte/überflüssige Trennstriche durchziehen den gesamten Text. Das hat leider den Textfluss immer wieder gestört.

Da mich Totenfreund trotz kleinerer inhaltlicher und sprachlicher Schwächen wirklich begeistert hat, vergebe ich 3 Sonnen und eine klare Leseempfehlung ☼☼☼

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 🙂

Ihr findet Totenfreund übrigens auch bei Twitter.

Totenfreund

Liebe Jenna, vielen Dank für diese persönliche Buchpost 🙂

Format: Taschenbuch, 226 Seiten

Verlag: Selbstverlag

Erscheinungstermin: 13. Dezember 2015

Preis: 8,99 €
(als eBook für 0,99 €)

Leseprobe

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