Schreibt mehr Verrisse!“ – das forderte die Leserin und ich stimmte ihr zu. Doch jetzt, da ich einen Verriss schreiben will, schreiben muss, weiß ich nicht, wie.

In einem Buch steckt Arbeit und bestenfalls echtes Herzblut. Es wird geschrieben, es wird an Verlage geschickt, mit Herzklopfen werden Antworten erwartet, es wird angenommen, es wird lektoriert und nach einem möglicherweise langen Weg wird es endlich veröffentlicht. Ich weiß nicht, wie das ist, aber sicher empfinden die Autoren Stolz und unbändige Freude. Und dann kommt ein Blogger, liest es, findet es doof und schreibt einen Verriss.

Ich habe „Leere Augen“ von Gudrun Weitbrecht auf der Leipziger Buchmesse am Stand des Kleinen Buchverlags entdeckt. Sowohl Cover als auch Klappentext machten mich neugierig. Ich nahm es mit, ich las es, ich fand es doof und jetzt muss ich einen Verriss schreiben.

Kommissarin Arabella Herzog muss eine Mordserie aufklären. Die Opfer haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam außer dem Umstand, dass sie durchnummeriert sind. Was verbindet sie?
Arno Steinfeld ist Strafverteidiger, schon oft hat er scheinbar unrettbar belastete Mandanten vor einer Verurteilung gerettet. Seine Frau Judith stellt diese Erfolge immer mehr in Frage. Wer drangsaliert sie mit anonymen Anrufen?

Serienkiller sind gut, Serienkiller versprechen Spannung. Leider konnte mich dieses Buch aber so gar nicht packen.

Die Geschichte ist unrealistisch, über große Strecken geradezu absurd. Die Charaktere bleiben blass und unauthentisch. Da sie nicht mal untereinander eine glaubhafte Beziehung aufbauen können, wie sollte ich als Leser da einen Zugang zu ihnen finden? Die Dialoge sind hölzern und meistens nicht glaubwürdig. Nebensächlichkeiten werden übermotiviert, andere Erzählstränge dafür einfach nicht weiterverfolgt. Polizeiarbeit, die eigentlich einen großen Teil der Spannung ausmacht, zumindest für mich, wird kaum geschildert. Fast wirkt es so, als würden die Ermittler nur alle paar Monate, sobald ein neues Opfer auftaucht, ein paar pflichtschuldige Befragungen durchführen. Der Ausdruck gefiel mir nicht, die Sprache war an einigen Stellen irreführend und fehlerhaft.

Ich vergebe das erste Mal 1 von 5 Sonnen

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares 🙂

Format: Broschur, 352 Seiten

Verlag: Der kleine Buchverlag

Erscheinungstermin: 14. August 2014

Preis: 12,95 €

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