Donnerstag

Der 1. Tag der diesjährigen Buchmesse startete mit einem spontanen Bloggertreffen vor der Garderobe – es war schön, direkt zu Beginn so viele bekannte Gesichter wiederzusehen 🙂

Danach ging es geruhsam weiter. Zwar hatte ich mir wie auch schon bei der Frankfurter Buchmesse einen minutiösen Plan angelegt, doch entweder nicht alle Veranstaltungen besucht oder diese vorzeitig wieder verlassen – meist ist es ja doch am schönsten, einfach durch die Hallen zu streifen und die Präsenz dieser vielen Bücher auf sich wirken zu lassen.

20150312_111752

Auch Horror-Autoren können lachen 🙂

Von den 10 Veranstaltungen, die ich mir ausgesucht hatte, besuchte ich letztlich nur 3: die Lesung und das Gespräch über die Leidenschaft zum Horror mit 3 Autoren der Anthologie Aus dunklen Federn, die Lesung zum historischen Roman Die Gehilfin des Buchdruckers von Stephanie Rapp und die Lesung von Wiebke Lorenz zu ihrem neuen Roman Bald ruhest du auch.

Collage Buchdrucker

Frau Rapp erzählte lustige Anekdoten ihrer Recherchearbeit: So hatten Mistwagen immer Vorfahrt. War sicher besser für die Nasen …

Stephanie Rapp hat mich übrigens positiv überrascht. Zwar habe ich das Buch noch nicht gelesen, aber im Gegensatz zu vielen Frauenpower-Romanen, die eben zufällig im Mittelalter spielen, wirkte zumindest das Gespräch so, als wäre Frau Rapp in ihrem Roman tiefer in die Vergangenheit und die Gegebenheiten eingetaucht. Ihre Begeisterung für die Zeit der Reformation war spürbar und ansteckend.

20150312_153315

Auch von Wiebke Lorenz habe ich noch kein Buch gelesen, aber ihre Gespräche und Lesungen besuche ich schon deshalb gern, weil ich ihren Humor so mag. Und schon wanderte ein weiteres Buch auf die Wunschliste …

20150312_114722

Ein Abstecher zum Lieblingsstand durfte natürlich nicht fehlen.

Wegen eines Sportkurses musste ich die Messe leider etwas eher verlassen – zum Glück hatte meine Trainerin aber Erbarmen mit mir 😀

Freitag

20150313_084848

Nein, so bin ich dann lieber doch nicht gegangen – zu seriös, wurde mir gesagt 🙂

Freitag – oder der Tag, an dem ich endlich, endlich Patrick Rothfuss erleben würde!

Begonnen hat der 2. Messetag allerdings informativ beim Karrieretag Buch und Medien. Gemeinsam mit einer Freundin hörte ich mir hier die Gesprächsrunden Irgendwas mit Büchern und Mehr als Lektorat an. Vertreter der unterschiedlichsten Bereiche im Buch- und Verlagswesen stellten ihren Job vor: von der Buchhändlerin über die Miarbeiterin im Lektorat oder der Herstellung bis hin zur Hörbuchverlegerin, alles war vertreten. Und obwohl sie alle interessante Sachen zu erzählen hatten, bleibe ich dem Lektorat treu 🙂

20150313_123745

Gesprächsrunde zu Mehr als Lektorat

Um 14 Uhr ging es in die neueingerichtete BloggerLounge zum inoffiziellen Bloggertreffen von Papiergeflüster. Obgleich die Lounge etwas karg wirkte, bot sie doch eine tolle Gelegenheit zum Ausruhen und vor allem Kennenlernen bzw. Wiedersehen anderer Blogger und Pressevertreter. Die tollen Bilder, die hier entstanden sind, könnt ihr zum Beispiel bei Lilienlicht und Buchgefieder anschauen. Ich habe mich so gefreut, euch endlich mal wiederzusehen. Das sollten wir doch wirklich öfter machen 🙂

20150313_144708Nach einem kurzen Abstecher zur Lesung von Wolfram Christ und seinen nuschelnden Muscheln ging es dann weiter zum Highlight des Tages: der Lesung von Patrick Rothfuss.

20150313_160230Schon mit seiner Begrüßung („Guten Tag“) und der Erklärung, dass er zwar mal 4 Jahre lang Deutsch gelernt hätte – das aber schon 25 Jahre her sei – eroberte er sich alle Herzen im Sturm. Danach fragte er, ob jemand im Publikum sein neues Buch denn auch auf Englisch lesen würde und dabei hätte. Wie sich herausstellte, hatte er sein Exemplar vergessen 😀

Er las eine kurze Passage aus seinem neuen Büchlein Die Musik der Stille und stellte sich dann den Fragen seiner Fans. Und er war soo sympathisch! Er erzählt übrigens, wie er schreibt: ausschweifend und anschaulich.

Warum handelt das Buch von Auri?

Man sollte ja meinen, dass der Protagonist die Lieblingsfigur des Autors sein sollte, doch Patrick gestand seine Verliebtheit in Auri und verglich die Beziehung zu ihr und zu Kvothe mit einer frischen Verliebtheit und einer langen Ehe: Nach 17 gemeinsamen Jahren mit Kvothe kennt er ihn und all seine Eigenheiten einfach zu gut – außerdem kann Kvothe manchmal ziemlich merkwürdig sein.

Soll es wirklich eine Verfilmung geben?

Die Filmrechte sind tatsächlich verkauft, aber Patrick glaubt nicht an eine Verfilmung: „If it does happen, it wil suck and you will hate it.“ Die Macher würden das Werk weder so gut verstehen wie er noch so sehr lieben wie seine Leser.

Wie geht es mit der Arbeit am 3. Band voran?

Nach so vielen Jahren der Beschäftigung mit Kvothe und seiner Geschichte findet Patrick es toll, dass es tatsächlich begeisterte Leser gibt, aber manchmal fühlt er sich, als wolle er pinkeln und jemand würde ihm zuschauen. Oder als hätte er ein Date und fremde Menschen würden alles beobachten und auf einen Kuss insistieren. Das Schreiben an den Romanen ist etwas sehr Intimes und Romantisches.

Zum Abschluss gab er allen zukünftigen Schreibern noch einen Rat mit auf den Weg: „Bring the love into your world. Write it because it makes you happy.

Das Bloggertreffen von Randomhouse verbrachte ich sitzend – und im Gespräch mit Diana und Janine. Das war aber auch dringend nötig nach diesem sehr fußlastigen Tag 😀

20150313_203153

Autorin Joanna Rakoff und ihre deutsche Stimme Pina Bergemann

Gekrönt wurde dieser tolle Tag von der Lesung zu Lieber Mr. Salinger von Joanna Rakoff in trauter Bloggerrunde – es war sehr kuschelig mit euch 🙂

Und ich hab mich sooo gefreut, dich wieder gesehen zu haben, mein liebes Kathrinchen

Advertisements