Dieses Jahr habe ich nicht nur die sogenannten Frauenromane, sondern auch meine Vorliebe für Blaubeeren (wieder-)entdeckt. Als ich Der Sommer der Blaubeeren sah, musste ich es also haben. Sowohl Cover als auch Klappentext begeisterten mich. Dass ich diese Sommerromanze mitten in der Vorweihnachtszeit las, tat dem Lesevergnügen glücklicherweise keinen Abbruch.

Kurz vor Ellens Hochzeit mit dem Staranwalt Hayden Croft stirbt ihre Großmutter. Mit ihrem letzten Atemzug trägt diese Ellen auf, ihr einen Gefallen zu tun: Sie soll einen Brief überbringen. Ellen beschließt, den Brief persönlich zu übergeben, verlässt New York und fährt ins kleinstädtische Beacon. Eigentlich soll der Ausflug nur 1 oder 2 Tage dauern, doch inmitten der Blaubeerfelder findet Ellen nicht nur erstaunliche Geheimnisse über ihre Großmutter heraus, sondern auch zu sich selbst. Und dann ist da noch Roy …

Kennt ihr den Film Sweet Home Alabama? Ungefähr diesen Charme versprüht auch Der Sommer der Blaubeeren. Ellen ist Anwältin in der Großstadt, liiert mit dem begehrtesten Junggesellen New Yorks, Hayden Croft, ebenfalls Anwalt, und will bald heiraten. Aus Liebe, denn Hayden ist ein toller, gutaussehender und fürsorglicher Mann. Doch der letzte Wunsch ihrer Großmutter treibt sie in die Kleinstadt und ein Unglück in die Arme von Roy. Roy mit den ausgeblichenen Jeans, dem löchrigen Pullover und dem alten Basecap. Roy, der so anders ist als Hayden …

Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Kleinstadt – die Technik streikt, die Menschen sind eigenartig und das Essen ist gar zu verlockend – erliegt Ellen dem Charme der Stadt und ihrer Bewohner. Außerdem findet sie Details aus der Vergangenheit ihrer Großmutter heraus, die sie niemals geahnt hätte. Und dann ist da noch Roy, der ihr immer wieder zufällig über den Weg läuft. Als dann noch Hayden und Ellens Mutter auftauchen, ist das Chaos perfekt.

Ja, es ist kitschig. Ja, es ist ein bisschen vorhersehbar. Aber ähnlich wie bei Sweet Home Alabama ist es keine reine schwarz-weiß Zeichnung der Figuren, beide Männer haben ihre Stärken und Schwächen und machen weder dem Leser noch Ellen die Entscheidung leicht.

Der Zusammenprall gleich mehrerer Welten sorgt für einige lustige Szenen und auch Ellen selbst sorgt mit ihrer tollpatschigen doch anrührenden Art für einige Lacher. Dank Ellens Hobbys, der Fotografie, und der gekonnten Schilderung der Gegend, des Meeres und der Blaubeerfelder gelingt Mary Simses ein sehr bildhafter, fast malerischer Roman.

Gespickt mit sehr viel Humor und einigen Verwirrung stiftenden Missverständnissen erzählt Der Sommer der Blaubeeren Ellens Weg zu sich selbst – und macht dabei unglaublich Appetit auf Blaubeermuffins, für die das Buch dankenswerterweise ein Rezept in den Vorder- und Rückklappen bereithält.

Manch missverständlicher Dialog erschien mir nicht nachvollziehbar, sondern lediglich dafür angelegt, eben diese Missverständnisse noch zu vertiefen und eine Entscheidung somit hinauszuzögern. Die vielen fehlenden Anführungszeichen erschwerten das Verständnis der Dialoge noch mehr.

Ich vergebe 4 von 5 Sonnen ☼☼☼☼

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares 🙂

IMG_20141207_131025Format: Taschenbuch, 416 Seiten

Verlag: Blanvalet

Erscheinungstermin: 21. April 2014

Preis: € 9,99 (D)

Leseprobe

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