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Nachdem ich bei 2 Lesungen zum 2. bzw. 3. Band der Elbenthal-Saga war und ein Interview mit Ivo Pala geführt habe, war meine Neugier entsprechend groß – und sie wurde mal wieder nicht enttäuscht.

Svenya lebt in der Gosse. Anlässlich ihres 17. Geburtstag will sie sich etwas gönnen, eine Nacht im Hotel. Doch dann kommt alles anders. Nach einer Jagd durch Dresden und einem aufregenden Kampf in einem Parkhaus erwacht sie in einem fremden Bett – und erfährt, dass sie sich in einer verborgenen Elfenfestung unter Dresden befindet, deren künftige Hüterin sie sein soll. Doch dazu muss sie erst ein anstrengendes Training und einen Test, der ihr alles abverlangen wird, überstehen.

Was erst mal klischeehaft klingt, entpuppt sich als gut durchdachte Geschichte voller intertextueller Anspielungen u.a. auf das Nibelungenlied. Gekonnt verwebt der Autor dabei mythologische (z.B. Elfen und Drachen) und moderne Merkmale (z.B. Walkie Talkies und Automatikwaffen) sowie Historisches mit Fiktionalem.

Schon der erste Eindruck ist ein positiver. Das Cover, welches Svenya in ihrer künftigen Elfengestalt samt Rüstung zeigt, glänzt metallisch, im Inneren findet sich eine Karte Sachsens mit den Festungen der Lichtelben (Festung Elbenthal unter Dresden) und der Dunkelelben (Aarhain unter dem Fichtelberg) inklusive eines kurzen Abrisses über die Geschichte der beiden Völker.

Der Prolog führt direkt in die Tiefen Elbenthals und zeigt die erste Besonderheit – die Sprache. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob der Autor sich einer realen Sprache bedient oder sich aus dem Pool der germanischen Sprachen selbst eine kreiert hat, aber sie verleiht den Elfen und damit der Geschichte Authentizität – und lässt mein sprachbegeistertes Herz höher schlagen.

Doch auch sonst fand ich die Sprache gelungen – nicht nur Svenyas große Klappe. Zwar hatte ich anfangs das Gefühl, dass Pala an manchen Stellen sprachlich zu viel wollte, weswegen die Sätze teilweise überladen und holprig waren, doch das legte sich schnell und er konnte wieder mal mit seiner Bildgewalt punkten.

Der Leser wird aus Svenyas Sicht in die Geschichte eingeführt. Wir erfahren somit nur, was sie weiß/gesagt bekommt und wissen wie sie lange nicht, wem sie trauen kann und wer sie nur benutzen will. Ihre teilweise recht trotzigen Reaktionen sind also durchaus verständlich – und machen sie, zumindest in meinen Augen, sympathisch, da sie sich eben nicht herumschubsen und zu einer willenlosen Marionette machen lässt.

Ein bisschen knapp waren aus meiner Sicht die Charaktere und somit ihr Verhältnis zueinander beschrieben. Dafür kann Pala an anderen Stellen mit witzigen Szenen überzeugen, die den Figuren Anschaulichkeit verleihen, sie „menschlich“ machen. Doch auch die gefülvollen Szenen kommen nicht zu kurz, weswegen ich das ein oder andere Tränchen verdrückte …

Trotz der kleinen Kritikpunkte hat mich dieses Buch absolut begeistert und gefesselt, ich habe es regelrecht verschlungen – und das nicht nur, weil es in meiner Heimatstadt spielt. So konnte ich einerseits besonders mitfiebern, kenne ich doch die beschriebenen Orte, erfuhr aber trotzdem auch noch Neues.

5 Sonnen und eine absolute Leseempfehlung von mir. Ich mache mich gleich über den 2. Band her 🙂

Viele Grüße
Mandy

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