Hallo!

Da ich momentan ziemlich viel für die Uni zu tun habe, komme ich leider kaum (privat) zum Lesen und somit auch kaum zum Bloggen. Deswegen habe ich mir überlegt, euch heute einfach mal etwas über mein Studium zu erzählen.

Ich studiere Germanistik im 2. Semester Master. Meinen Schwerpunkt habe ich hierbei auf die Literaturwissenschaften gelegt, obschon wenn mir die Entscheidung nicht ganz leicht fiel – auch die Sprachwissenschaft hat interessante Fächer zu bieten, zum Beispiel die Sprachgeschichte.

Da lernte ich letztes Semester neben Althochdeutsch auch Altnordisch, was eine hervorragende Ergänzung zu meinem Isländisch-Kurs war. Dieses Semester belege ich einen Kurs, der uns unter anderem in die forensische Linguistik, also z.B. die Täterermittlung bei Erpresserbriefen, einführt – spannend!

Doch der eigentliche Grund für meine knappe Zeit sind natürlich die Literaturwissenschaft und die vielen, vielen Bücher, die wir darin lesen.
Das Seminar Biopolitik habe ich beispielsweise vorrangig deshalb belegt, weil wir da Texte von Wolfgang Herrndorf lesen – Sand und Arbeit und Struktur. Nachdem mich Tschick ziemlich begeistern konnte, bin ich auf die beiden sehr gespannt und war froh über die Ausrede, mir auch diese beiden Bücher zulegen zu müssen. Des weiteren lesen wir Die Schmerzmacherin von Marlene Streeruwitz – endlich mal eine Autorin, die ihre Sprache dem Denken und den Handlungen der Protagonistin anpasst. Auch wenn das teilweise sehr verwirrend ist und das Verständnis nicht eben fördert, gefällt mir die konsequente Umsetzung.

Da mein Lieblingsdozent nach diesem Semester leider in Rente geht, habe ich bei ihm gleich 2 Seminare belegt – eines zu Heinrich Heine und eines zu Thomas Mann. Beide Seminare streifen Themen, die ich schon in anderen Kursen belegt habe (Vormärz, Erzählanfänge bei Thomas Mann, Literatur & Psychoanalyse) und diese Verbindungen sind es, die die Kurse noch spannender gestalten. Hinzu kommen die vielen Anekdoten, die der Dozent zu erzählen weiß, als wäre er persönlich dabei gewesen, und die uns nicht nur die Personen, sondern auch die Zeit und die Umstände näher bringen.
Bei Thomas Mann behandeln wir die frühen Erzählungen, bis jetzt waren das Vision und Gefallen, heute haben wir mit Der kleine Herr Friedemann begonnen. Ich liebe Thomas Mann.
Heine ist krankheitsbedingt leider einige Male ausgefallen, weswegen wir bis jetzt erst kurz in Die Harzreise reinlesen konnten (eine Anekdote im Leselogbuch). Zu diesem Seminar habe ich mir in einem Antik- und Trödelladen 4 wunderschöne Bände seiner sämtlichen Werke gekauft – schließlich brauchte ich sie ja als Textgrundlage.

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Ein weiteres Modul beschäftigt sich mit der Tragödie und dem Tragischen. Im Kolloquium zur Theorie des Tragischen halte ich nächsten Dienstag ein Referat zu Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik von Nietzsche. Er selbst bezeichnet sein Erstlingswerk später als schwülstig und stürmerisch & drängerisch, was das Lesen leider nicht erleichtert, aber nach jedem Kapitel bin ich stolz, wenn ich es verstanden habe (oder zumindest glaube, es verstanden zu haben 😀 ). Die Vorlesung Komik & Drama im 20. Jahrhundert behandelt verschiedene Vertreter der Zeit wie Gerhart Hauptmann, Arno Holz, Hugo von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler (Leselogbuch). Jede Woche stellt die Professorin einen Schriftsteller und sein Werk vor – es gibt also wieder jede Menge Anlässe zum Bücherkauf. Bisher habe ich mir allerdings nur Der Schwierige von Hofmannsthal zugelegt.

Ich liebe mein Studium 🙂

Viele Grüße
Mandy

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