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Nachdem mich der Vorgänger, Ihr unschuldiges Herz, ganz und gar begeisterte, hatte ich die leichte Sorge, Bluthatz könnte mich möglicherweise enttäuschen, doch dem war glücklicherweise nicht so, im Gegenteil. Die Kombination aus spannendem Fall, vertrauter Umgebung und alten Bekannten war wieder absolut fesselnd.

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In einem Kloster wird die teilweise verbrannte und zerschundene Leiche eines Mannes entdeckt. Sobald seine Identität geklärt ist, gibt es eine Reihe von Verdächtigen aus dem privaten wie beruflichen Umfeld, der Fall scheint schnell aufgeklärt. Doch dann taucht eine weitere Leiche auf, Staatsanwältin Inga Jäger und KHK Kai Gebert geraten immer mehr unter Beschuss und der Fall stellt sich als komplexer heraus als anfangs gedacht …

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Wieder mal stechen vor allem die authentischen weil menschlichen Charaktere hervor. Da fällt eben mal das ein oder andere Schimpfwort, es fließen Tränen oder der Vibrator im Nachtschrank wird erwähnt und auch die sexuellen Neigungen des Opfers spielen eine Rolle, ohne dass die Geschichte überzogen wirkt oder ins Obszöne abgleitet.

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Im Mittelpunkt stehen natürlich wieder Staatsanwältin Inga Jäger und KHK Kai Gebert. Der Leser begleitet sie nicht nur bei allen positiven wie negativen Aspekten der Ermittlung, sondern auch bei der Weiterentwicklung ihrer persönlichen Beziehung, die sich ja im ersten Teil bereits andeutete. Anschaulich und nachvollziehbar werden die Gedanken und Befürchtungen der berufstätigen Mutter einerseits sowie der zwischen Gefühlen und Hingabe für den Beruf hin- und hergerissenen Staatsanwältin andererseits geschildert. Dank der einfühlsamen Darstellung konnte ich Ingas Dilemma sehr gut nachempfinden und … Nein, ich möchte hier ja nicht zu viel verraten.

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Gefreut habe ich mich besonders darüber, dass auch den Nebenfiguren wie Geberts Assistentin Otto oder der Kriminaltechnikerin Elli Falkenstein mehr Platz eingeräumt wurde und ich so nicht nur mehr über ihr jeweiliges Arbeitsgebiet, sondern darüber hinaus einige Details aus ihrem Privatleben erfahren konnte.

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Der Fall selbst ist wie schon beim 1. Teil nicht so leicht aufzuklären, wie es anfangs den Anschein hat. Das stellt sich spätestens dann heraus, wenn Inga Jäger und KHK Gebert mehr und mehr Steine in den Weg gelegt werden. Doch die engagierte Staatsanwältin und der brummige Ermittler lassen sich nicht aufhalten – mit schwerwiegenden Konsequenzen.

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Wieder erfährt der Leser nicht nur Details aus dem fiktiven Berufs- und Privatleben der Ermittler, sondern auch reale Fakten über den Rheingau als Weinanbaugebiet und die bürokratischen Hindernisse der Polizeiarbeit.

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Ich habe bis zur letzten Seite mitgefiebert und vergebe 5 von 5 Sonnen.

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Ein Interview mit dem Autor findet ihr hier.

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