Sonntag, 02.03.2014

Wie bereits angekündigt, starte ich morgen mit meinem einwöchigen Lesefasten.

Genau genommen habe ich bereits gestern mit dem 1. Entlastungstag begonnen, an dem es zum Frühstück etwas Obst und zum Mittag und Abendbrot jeweils etwas Reis mit gedünstetem Gemüse gab. Heute, am Sonntag, gab es dann nur noch Obst. Und natürlich viiieeel zu trinken.

Ab morgen werde ich dann also nur noch trinken, was mir, mangels kochen und essen, viel Zeit zum Lesen und dem Nachholen anderer liegengebliebener Dinge lässt. Damit meine ich keine Aufgaben wie etwa den Frühjahrsputz, sondern schöne Sachen.

Zum Beispiel hat mir vor 3 Jahren ein Freund die Box mit den 3 Teilen Zurück in die Zukunft geschenkt und ich habe sie bis heute nicht angeschaut. (Die Filme kenne ich natürlich schon!)

Natürlich werde ich auch lesen. Ich habe mir dafür allerdings kein bestimmtes Ziel gesetzt. Zum einen, weil eine Woche doch kürzer ist und schneller vergeht, als man anfangs denkt, zum anderen, weil ich mir in dieser Woche eben mal keinen Stress machen will. So habe ich zum Beispiel auf Arbeit Urlaub genommen, um mich mal ganz mir selbst widmen zu können. „Starten“ werde ich mit Die Elfen von Bernhard Hennen und James Sullivan, hier bin ich schon auf Seite 625. Danach werde ich wohl Ich folge deinem Schatten von Mary Higgins Clark lesen, weil mir der Sinn momentan wieder mal nach einem Thriller steht.

Ich werde versuchen, hier täglich darüber zu berichten, wie es mir ergeht. Möglicherweise werde ich auch einfach nur jammern. Mal sehen.

Wer lieber länger und mehr fasten will, ist herzlich eingeladen, sich dem siebenwöchigen Konsumfasten bei BuchSaiten anzuschließen.

Montag, 03.03.2014

Der erste Tag ist (beinahe) geschafft! Und ich habe bis jetzt noch nicht einmal Grund zum Jammern 🙂

Nachdem es gestern zum Abendbrot noch einen Obstsalat aus Banane und Weintrauben und zum Nachtisch Weintrauben und eine Banane gab (von den Äpfeln habe ich mich verabschiedet, weil die bei mir eher Hunger auszulösen scheinen), ging es heute morgen dann richtig los: Der erste Fastentag begann.

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letztes Abendmahl

Um 9 standen die Miez und ich auf. Für sie gab es Putenragout, für mich ein Glas Wasser. Danach ging ich spazieren, um meinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Bei frühlingshaft frischer Luft, Vogelgezwitscher und Sonnenschein war das auch genau das Richtige am „frühen“ Morgen. Nach 45 Minuten kam ich leicht erschöpft aber glücklich zurück und machte mich über meinen in weiser Voraussicht vor dem Spaziergang gekochten Tee her.

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Tagesration

Meine Tagesration an „Nahrung“ besteht aus viel Tee, Wasser, Zitrone gegen den pelzigen Geschmack im Mund und Honig, den ich in den Tee rühre, da ich Honig nicht mag. Das geschmackliche Highlight des Tages wird der Blutorange-Saft zum Abendbrot sein – darauf freu ich mich echt riesig!

Nach dem Spaziergang schaute ich mir wie geplant den 1. Teil von Zurück in die Zukunft an und hätte direkt im Anschluss weiterschauen können – ich liebe diese Filme und hab sie viel zu lange nicht angeschaut. Da ich aber die nächsten Tage auch noch etwas davon haben will, machte ich mich dann doch über Die Elfen her – bis jetzt kann mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen, obwohl ich so viel Positives darüber gelesen habe …

Zwischendurch machte ich noch einen ausgedehnten Spaziergang, wobei mir auffiel, dass ich viel zu schnell unterwegs bin. Ich muss wohl noch lernen, etwas ruhiger an gemütliche Spaziergänge heranzugehen.

Als Nachmittagsschmankerl gab es geräucherten Lachs – für die Katz. Obwohl er sehr verführerisch duftete, wollte ich ihn nicht gierig in mich hineinstopfen – yeah! 🙂

Mittlerweile fühle ich mich etwas geschwächt, aber gut. Und ich freue mich auf meinen Blutorangen-Saft. Prost!

Dienstag, 04.03.2014

Ich habe den 2. Tag gerockt!

Der Start in den Tag gelang mir heute leider nicht so mühelos wie gestern. Bereits am Abend kündigte es sich an, das Zittern. Heute Morgen war ich dann ziemlich wackelig auf den Beinen, hatte Kopfschmerzen und das Wetter war zu allem Überfluss auch eher mies („Weil du nicht aufgegessen hast!“). Trotzdem trat ich kurz nach halb 10 wieder meinen Morgenspaziergang an. Dieses Mal allerdings musste ich vorher einen Löffel Honig essen, für den Blutzucker. Brrr! Kann es nicht ein Löffel (oder ein Glas …) Nutella sein? Auch wenn ich sowohl auf Sonnenschein als auch auf Vogelgezwitscher verzichten musste, half der Spaziergang immerhin gegen die Kopfschmerzen. Vollkommen erschöpft kam ich zurück, trank einen Becher mit Honig gesüßten Tees und sprang unter die Dusche. Nach einer Wechseldusche war ich tatsächlich wieder fit und dieser Zustand hielt sich dann auch über den ganzen Tag. Ich war leicht erstaunt, bei meinem ersten Fastenversuch vor 3 Jahren hatte ich ab dem 2. Tag mit extremen Kreislaufproblemen zu kämpfen, die dazu führten, dass ich am 3. Tag leider abbrechen musste. Dieses Mal scheint es besser zu laufen!

Nach dem 2. Teil von Zurück in die Zukunft kam dann doch noch die Sonne hervor, weswegen ich meinen Spaziergang vorverlegte. Unterwegs sammelte ich mit einem Stock eine Hummel vom Gehweg, um sie ins Grüne zu tragen. Hoffentlich erinnert sie sich später im Jahr an mich. Ein Stück weiter sammelte ich dann noch eine alte Frau vom Gehweg, die mit ihren sichtlich zu schweren Einkaufstüten überfordert war. Da ich um meine Kraftlosigkeit wusste, zögerte ich, dann bot ich ihr meine Hilfe an und brachte sie zu ihrer Wohnung. So habe ich heute nicht nur was für Körper und Geist, sondern auch gleich was fürs Karma getan! 🙂

Zu Hause merkte ich dann, wie es um meine Kraft aktuell tatsächlich bestellt ist: Ich konnte kaum das Honigglas halten, meine Finger zitterten. Einen Becher mit Tee später ging es mir aber schon wieder gut.

Dann stand endlich die namensgebende Lesezeit an. Weiter ging es mit Die Elfen, die ich immer noch nicht richtig einschätzen kann. Momentan schwanke ich zwischen 2 und 4 Sternen, mal sehen, ob das bevorstehende Ende eine endgültige Entscheidung bringt.

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Ich wurde nun schon mehrfach gefragt, ob ich denn auch genug trinke. Ja, das tue ich! Jeden Tag gibt es 3 Mal 3 Becher mit Tee (je 0,4l), dazwischen einen großen Becher Wasser mit Zitronensaft, zum Frühstück (seit heute) eine Tasse Buttermilch und abends ein Glas mit Wasser verdünnten Blutorangen-Safts. An Teesorten stehen mir zur Auswahl:

  • Waldbeerentee (man soll zwar auf Früchtetees verichten, doch etwas mit Geschmack brauch ich zwischendurch)
  • Melissetee
  • Kräutertee
  • Pfefferminztee
  • Grüner Tee mit Ingwer und Orange
  • Weißer Tee mit Mango und Zitrone
  • Kamillentee (für den Magen)
  • Brennnesseltee (der angeblich gegen die durch die Entgiftung ausgelösten eventuell auftretenden Muskelschmerzen helfen soll)

Mit einer Körperfettwaage halte ich die relevanten Angaben unter Kontrolle. (Ich weiß, dass solche Waagen nicht sooo zuverlässig sind, aber es ist besser als gar keine Kontrolle und zu sehen, wie Gewicht und Fettwert sinken, während Muskel- und Wasserwert steigen, ist schon sehr befriedigend und somit motivierend.)

Momentan fühle ich mich gut, ich hoffe, dass es morgen so weitergeht.

Mittwoch, 05.03.2014

Mehr als die Hälfte ist geschafft!

Es geht mir weiterhin gut. Morgens ist es immer am schlimmsten, da zu den normalen morgendlichen leichten Kreislaufproblemen die Schwäche durch den leeren Magen hinzukommt. Da hilft tatsächlich nur, sich aufzuraffen und spazieren zu gehen. Vorher wieder ein Löffel Honig, danach eine Wechseldusche und schon bin ich wieder fit.

Deswegen habe ich übrigens auch diesen „straff“ geplanten Tagesablauf: Wecker klingelt um 9, aufstehen ca. 09.05 Uhr, Katze füttern, Wasser trinken, Tee kochen, Honig essen, spazieren, duschen, Film gucken, lesen, spazierengehen, weiter lesen, abends bloggen und twittern. Das hilft mir ungemein, am Ball zu bleiben und durchzuhalten.

In den letzten Tagen wurde mir oft gewünscht, nicht von Essen zu träumen. Dabei stört mich das gar nicht. Im Gegenteil. Mir hilft es komischerweise, viel an Essen zu denken (was sowieso unweigerlich passiert, ganz egal, was ich gerade mache), über Essen zu reden und Listen mit Sachen anzulegen, die ich nach dem Fasten gern essen möchte. So plane ich z.B. meine erste Lasagne mit Pilzen (Wieso bin ich da nicht eher drauf gekommen?) und ich habe beschlossen, dass nach dem Fasten angegrillt wird! Natürlich erst nach den Aufbautagen, sonst würde ich wohl meinen Magen überfordern. Auch wenn mir der Hunger nicht zu schaffen macht, freue ich mich langsam wirklich unglaublich darauf, wieder zu essen – und das nach gerade einmal 3 Tagen! Na ja, lieber nicht zu viel darüber nachdenken … (Der ständige Gedanke ans Essen zeigt sich übrigens auch darin, dass ich gern willkürlich Verben durch „(fr)essen“ ersetze.)

Um einen gewissen Anschein von Normalität aufrecht zu erhalten, esse ich die Zitronenscheibe, die eigentlich gegen den pelzigen Geschmack im Mund gedacht ist, jetzt immer zum Abendbrot, zusätzlich zu meinem Glas Blutorangen-Saft. Das Problem mit dem pelzigen Mund hatte ich nur am 1. Tag.

Zum Lesen.
Ich habe eben Die Elfen ausgelesen und … ich bin immer noch total unentschlossen. Noch nie hat mich ein Buch so zweigeteilt hinsichtlich meiner Meinung und meinen Gefühlen zurückgelassen. Es gibt für mich so extreme Punkte, die einerseits dafür, andererseits aber auch dagegen sprechen, dass ich immer noch zwischen 2 und 4 Sternen schwanke. Das werde ich aber in einer Rezension zumindest versuchen zu erklären. Vielleicht bringen ja auch die anderen Bücher von Bernhard Hennen und James Sullivan etwas Ordnung in mein Durcheinander.

Nachher kann ich jedenfalls endlich mit Mary Higgins Clark ins Bett gehen. Darauf freue ich mich schon sehr!

Freitag, 07.03.2014

Es ist (fast) geschafft!

Und das ausgerechnet jetzt, da es mir so richtig gut geht. Sowohl gestern als auch heute Morgen hatte ich keine Kreislaufprobleme mehr, kein Schwächegefühl, es ging mir viel besser als die ersten 3 Tage. Meine Spaziergänge habe ich natürlich, trotz des schlechten Wetters, durchgezogen. Es scheint also zu stimmen, dass die ersten 2 bis 3 Tage unangehnem sind, weil sich der Körper erst noch an die Umstellung gewöhnen muss, während es in den anschließenden Tagen echt besser wird.

Ein kleines „Tief“ hatte ich gestern trotzdem: Mein Frühstücksspaziergang führte mich zu unserem Einkaufsmarkt, ich brauchte neue Buttermilch. Donnerstags steht da der Broiler-Verkäufer, das hatte ich allerdings nicht bedacht. Meine Nase gab mir dann Bescheid. Es duftete himmlisch! Später ging ich online, bei facebook postete ein Freund ein Rezept für das beste „Brathänderl ever!“. Ich verzog mich mit meinem Buch aufs Sofa. Da war dann vom Duft des Brathuhns die Rede. Oah! Ich habe dann den ganzen Abend über Hühnchen nachgedacht … Ein netter Twitterer lenkte mich dann von meinem Hühnchen-Elend ab, indem er mir das Bild eines saftigen Steaks twitterte – vielen Dank dafür 😀

Wahrscheinlich habe ich noch nie so viel über Essen nachgedacht und dementsprechend auch gesprochen – zum Teil natürlich auch bei twitter, was manchmal sicher nervig war. Aber es hat niemand negativ auf mein Gejammer reagiert, alle haben es mit Humor genommen, sich mit mir über Essbares unterhalten und mich unterstützt – dafür möchte ich euch gern hiermit Danke sagen!

Das schlimmste am Fasten war übrigens nicht der Hunger. Zwar hat gelegentlich mein Magen genknurrt, aber wirkichen Hunger habe ich eigentlich gar nicht verspürt. Das schlimme ist vor allem das beinah animalische Bedürfnis, etwas zu essen, einfach in etwas reinzubeißen. Aber das hat ja morgen ein Ende 🙂

Und ich morgen wieder essen darf, werde ich gleich einkaufen gehen, damit es mir auch an nichts mangelt.

Samstag

Frühstück – Banane
Mittag – Joghurt mit Früchten
Abendbrot – Gemüsebrühe

Sonntag

Frühstück – Gemüsebrühe wird mit Suppennudeln angereichert
Mittag – Gemüsebrühe wird zusätzlich mit Hühnchen angereichert
Abendbrot – Gemüsebrühe mit Nudeln und Hühnchen

Man soll es ja langsam angehen lassen 🙂

Die Woche war übrigens wirklich schneller vorbei als gedacht.

Liebe Grüße
Mandy

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