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Vor 2 Wochen hatte ich dank Christian das große Glück, eine Lesung von Stefanie Maucher zu erleben. Sie las nicht nur aus ihrem kannibalistischen Buch Franklin Gothic Medium, sondern auch ein Kapitels ihres neuesten Werkes – Fida. Schon dieser kurze Einblick ins Buch weckte die Neugier in mir, umso froher war ich, als sie 2 Vorabrezensenten suchte. Ich meldete mich sofort bei ihr und bekam ihr Werk sogleich als PDF zugeschickt. Letztes Wochenende las ich es mit großer Begeisterung, musste es aber erst einmal sacken lassen, bis ich jetzt diese Rezension schreiben kann.

Nach einem peinlichen Zwischenfall mit ihren Freunden sucht Laura Zuflucht in der Bibliothek – danach verschwindet sie. Was ist mit ihr geschehen? Diese Frage lässt vor allem ihre Mutter nicht mehr los.

Eines ist ganz klar, dieses Buch ist nichts für schwache Gemüter. Eindringlich und sehr anschaulich beschreibt Stefanie Maucher die Personen, ihr Handeln und ihre Beweggründe. Der Leser bekommt tiefe Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Figuren. Nicht nur in die des Täters, auch das Opfer und ihre Eltern, vor allem ihre Mutter, werden so nachvollziehbar geschildert, dass mir des Öfteren die Tränen in den Augen standen. Auch bei der Schilderung dessen, was mit Fida geschieht, nimmt Stefanie kein Blatt vor den Mund, was sicher nicht für jeden (leicht) zu lesen ist, aber wenigstens nichts beschönigt.

Erzählt wird die Geschichte auf 2 Zeitebenen: der Vergangenheit, in der Laura verschwindet, und der Gegenwart, in der sich Lauras Mutter immer noch nicht mit deren Verschwinden abfindet. Beide Erzählstränge enden in einem furiosen Finale.

Stefanie Maucher nimmt sich eines Themas an, das immer wieder aktuell ist, ohne dass das Buch ausgelutscht rüberkommt. Ihre Figuren sind authentisch, die Dialoge, was mir sehr wichtig ist, realistisch und glaubwürdig. Es ist ein Buch, das nicht nur der Thematik wegen, sondern auch durch die extreme Schilderung der Gefühle einfach unter die Haut geht und noch eine ganze Weile nachklingt.

Sprachlich war es für meinen Geschmack nicht immer ganz rund und das Ende war mir ein bisschen zu schnell, dafür aber umso überraschender, weswegen ich 4,5 Sterne vergebe, die ich auf 5 aufrunde. 🙂

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