Messerückblick Leipzig 2013
Nach längerer Überlegung habe ich mich nun doch entschlossen, meinen persönlichen Messerückblick zu schreiben um damit auch Euch, die ich in Leipzig kennenlernen durfte, noch einmal von Herzen Danke zu sagen!! ❤ Euer Christian

Eine Odyssee und die Angst um die Akku-Kapazität

Freitag, 15.März 2013

Um 5 Uhr klingelt mein Wecker. Wie immer führt mich mein erster Gang zu meiner Hündin Kira und dann Kaffee kochen. Kann es immer noch nicht so richtig glauben, dass es heute tatsächlich so weit sein soll – ich werde meine erste Buchmesse besuchen und hoffentlich viele meiner wunderbaren Büchermenschen treffen!! Die Anspannung steigt und vor allem der Gedanke, bloß nichts zu vergessen. Bahn- und Eintrittsticket? Stecken in der „Messetasche“!
„Asche & Phönix“ zum signieren? Im Rucksack!
EC-Karte? Steckt in der Handytasche! Perfekt 🙂

Moment…wo ist das Handy?!! Ach richtig, habe ich ja in der Hand!
Schnell noch einmal meinen momentanen Status auf Twitter mitteilen und los geht’s zur Regionalbahn.

7:30 – der Zug rollt langsam in Lemgo los. Noch ein Foto aus dem Fenster zum Abschied und per Instagram geteilt. Akkuleistung bei 90 % – sollte reichen, wenn ich nicht zu viel rumdaddel und im ICE kann ich bestimmt aufladen (hätte ich mich mal daran gehalten)
Einige Nachrichten trudeln noch ein, dann widme ich mich meinem Buch „Nachtzug nach Lissabon“

8:30 – Ankunft Bielefeld Hbf Gleis 6. Schnell raus und rüber zu Gleis 2, Ankunft des ICE ist für 8:38 vorgesehen! Mein Handy meldet sich – Email der Deutschen Bahn! Aha, eine Info über Fahrplanabweichungen…klappt ja super. Dann lese ich den Stimmungskiller, der nun wie auf Kommando auch von der Bahnhofsstimme verkündet wird : der ICE 543 wird voraussichtlich 15 Minuten später eintreffen! Neeeein!! Mein Anschluss in Hannover lässt aber nur maximal 8 Minuten zu! Schon steigen in mir Zweifel auf, ob die Entscheidung, mit dem Zug zu fahren, nicht doch falsch gewesen ist (war sie nicht! Der Preis und die zusätzliche Lesezeit hat die Verspätung nicht aufgewogen 😉 )
Die nächste Zeit bin ich nun damit beschäftigt, am Handy die Seite der Bahn ständig zu aktualisieren und die angebotenen Alternativen zu prüfen (ihr erinnert Euch noch an meine Akkuleistung?!) Inzwischen sind 10 Minuten vergangen und die Verspätung hat sich verändert-es sind jetzt 25 Minuten!
Endlich rollt der ICE ein und nach einem kurzen Blick auf meine Platzreservierung steige ich in einen der Wagen ein…ich kann ja dann zu meinem Platz durchgehen. Der ICE fährt an und ich schnapp mir den nächsten Zugbegleiter, um ihn nach meinem Platz zu fragen.
„Wagen 22?! da sind sie in den falschen Abschnitt eingestiegen! Durchgehen können die jetzt nicht mehr!“
Hurra! ich stelle mich also mit meiner Platzreservierung in den Verbindungsbereich zwischen 2 Wagen und schnappe mir mein Handy (75%) um die Bahnseite zu aktualisieren. Ich könnte nun alternativ mit dem ICE weiter durchfahren oder warte in Hannover auf den nächsten IC nach Leipzig, was ich letztlich aufgrund meiner Berechtigung für vernünftig halte. Buch lesen ist im stehen ja irgendwie nicht so toll…mal sehen, was bei Twitter los ist!

9:45 – Ankunft Hannover Hbf Gleis 9. der IC nach Leipzig fährt um 10:36 von Gleis 10. Es ist recht kalt und einen Kaffee könnte ich auch vertragen. Also runter in den Bahnhof, über Foursquare meine Ankunft in Hannover mitteilen und dann…ohh, ein Starbucks wird angezeigt!! Hat die Verspätung doch was Gutes! Rein in den Laden, kurz der Empfehlung von Karla erinnert und nach ein paar Minuten halte ich tatsächlich meinen allerersten „Chai-Latte mit Shot“ made by Starbucks in den Händen! Hachz…köstlich! 🙂
Der Blick aufs Handy zeigt mir noch 20 Minuten bis zur Ankunft des IC…also mal eben noch ein Foto vom Kaffebecher gemacht und über Foursquare die Tatsachen meines „Verlustes der Jungfräulichkeit“ mitgeteilt! (Akku 50 %)

10:36 – Abfahrt mit dem IC 2035 Richtung Leipzig. Trotz verlorenem Anspruch durch meine Sitzplatzreservierung rät mir die nette Zugbegleiterin, bis ganz vorne durch zu gehen, da ist noch was frei. Tatsächlich komme ich sogar in den Genuss einer Doppelsitzbank für die fast 2 1/2 Stunden! Yeah!
Mal kurz an diversen Stellen meinen Status mitteilen…ahh! Der Akku steht bei 35 %!! Jetzt bloß alles soweit möglich deaktivieren und nichts mehr schreiben! Ich nehme mein Buch raus und lese weiter…

13:19 – Ankunft Leipzig Hbf Gleis 18. Erstmal orientieren. Hmm…schade, dass man für ortsunkundige keine besonderen Hinweisschilder zur Messe aufgestellt hat. Also mal bei der Info nachgefragt. Ich entscheide mich für die Straßenbahn, will aber vorher noch Mandys Rat befolgen und meinen Rucksack im Schließfach verstauen. Nach ein wenig Sucherei werde ich dann auch fündig. Rucksack rein, raus aus dem Bahnhof und zur Haltestelle der Straßenbahn. Ahh, jetzt bloß aufpassen, dass ich in die richtige steige (diese Erkenntnis sollte mir am Samstag dann nicht vergönnt sein).
Es gibt sogar noch Sitzplätze. Also mal das Handy raus und kurz meine Ankunft mitteilen…jetzt wird es wirklich eng, der Akku zeigt nur noch 15 %! Ich sehe schon die Treffen auf der Messe, welche einzig auf der Basis des elektronischen Austausches bestehen, massiv gefährdet.
Am Messegelände angekommen, geht es geradewegs zum Eingang des imposanten „Gewächshauses“ im Zentrum, welches die Ausstellungshallen verbindet. Nun zeigt sich nicht nur, dass mein Akku zum Problem wird, sondern das völlig überlastete Netz die Verbindung zu meinen lieben Menschen zusätzlich erschwert. Dieses hat für mich einen besonders bitteren Beigeschmack, da in mir gleich die Befürchtung wächst, dass man meinen könnte, ich will mich nicht melden…
-Fortsetzung folgt-

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