Kein Buch ist es wert, es mit zehn zu lesen, wenn es sich nicht ebenso (und oft noch weit mehr) lohnt, es mit fünfzig zu lesen.
(C. S. Lewis, Vorwort zu Der König von Narnia, S. 9)

Kurz vor Weihnachten war es endlich soweit: Ich kehrte nach Narnia zurück!
Ich gehöre zu denjenigen, die die Bücher in der von Lewis empfohlenen chronologischen Reihenfolge lesen, also nicht so, wie er sie geschrieben hat. Meine Reise begann mit dem Wunder von Narnia.

1. Buch. Das Wunder von Narnia

Mithilfe zweier Zauberringe des stümperhaften Magiers Andrew gelangen zwei Nachbarskinder, Polly und Digory, der Neffe des Magiers, in das gerade entstehende Narnia. Zusammen mit ihnen erleben wir, wie der Löwe Aslan die Welt Narnia erschafft, wie er Tieren die Fähigkeit des Sprechens gibt, was aus einem einfachen Londoner Kutscher, seiner Frau und seinem Kutschpferd wird und wie gleich zu Anfang eine böse Hexe in das reine Narnia kommen kann.

Dieses Buch ist die nachgereichte Vorgeschichte der Abenteuer, die die Kinder in den Folgebänden erleben. Sie klärt unter anderem die Frage, wieso eine Laterne im später nach ihr benannten Dickicht steht.

Die Geschichte ist recht einfach, im Vordergrund standen für mich vielmehr die zauberhaften Bilder und Klänge, die Lewis heraufbeschwört. Dabei bedient er sich einer einfachen und kindgerechten Sprache, die es umso leichter macht, sich ganz auf das Wesentliche, also Aslans Gesang und die Erweckung der Welt, zu konzentrieren.
Das Wunder von Narnia ist ein bildgewaltiger Auftakt zu den Chroniken von Narnia!
5 Sterne.

2. Buch. Der König von Narnia

1940. Wegen des Krieges und der anhaltenden Luftangriffe auf englische Städte werden Kinder aufs Land verschickt, so auch die vier Geschwister Peter, Susan, Edmund und Lucy Pevensie. Sie haben Glück und kommen zu einem alten Professor auf dessen großes Landgut, einzig die strenge Haushaltshilfe macht ihnen das Leben schwer. Als sie eines Tages vor ihr flüchten müssen, verstecken sie sich in einem großen Kleiderschrank und gelangen so in das märchenhafte Land Narnia. Dort begegnen sie mythischen Wesen wie Faunen und Zentauren und Sprechenden Tieren.
In Narnia sind zwischenzeitlich mehrere hundert Jahre vergangen, seit 100 Jahren herrscht die weiße Hexe und mit ihr ewiger Winter. Zusammen mit 2 Sprechenden Bibern machen sich die zwei Adamssöhne und die zwei Evastöchter auf den Weg zu Aslan, um eine uralte Prophezeiung zu erfüllen und so ganz Narnia zu retten. Aus Stadtkindern werden Krieger, die sich am Ende in einer großen Schlacht der weißen Hexe stellen müssen.
Der König von Narnia ist mein Lieblingsbuch der Reihe, was nicht zuletzt an der bezaubernden kleinen Lucy liegt. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern ist so von Anfang an bereit, Narnia, seine märchenhaften Geschöpfe und die vor ihnen liegende Aufgabe anzunehmen. Jeder der vier hat seine Stärken, leider aber auch seine Schwächen, die alle Einfluss auf den Verlauf der Geschichte haben. Bis zum Schluss ist es spannend und tief bewegend.
5 Sterne.

  • 1. Film. Der König von Narnia

Dieser Film hat mich mit Narnia bekannt gemacht, von den Büchern hatte ich vorher noch nie gehört. Im Großen und Ganzen hält er sich an die Buchvorlage, die meisten Veränderungen sind liebevoll in das Gesamtbild eingefügte Erweiterungen der im Buch nur kurz genannten Szenen. Der Film besticht durch wunderbare Landschaftsaufnahmen, farbenprächtige Bilder und märchenhafte Kostüme. Einzig Peters Schild erinnerte mich an einen Kinderschild vom Mittelaltermarkt. Georgie Henley ist als Lucy Pevensie einfach wunderbar! Immer wieder schön finde ich, dass der Regisseur ausgerechnet Andrew Adamson heißt.

3. Buch. Der Ritt durch Narnia

Nach der großen siegreichen Schlacht gegen die weiße Hexe herrschen die vier Geschwister als Hochkönig Peter, der Prächtige, König Edmund, der Gerechte, Königin Susan, die Sanftmütige, und Königin Lucy, die Tapfere. Diese 15 Jahre der Regentschaft gehen später als Das Goldene Zeitalter Narnias in die Geschichte ein.

Der Ritt durch Narnia spielt während dieser Regentschaft und erzählt die Flucht der Kinder Shasta und Aravis und der Sprechenden Pferde Bree und Hwin.

Auf ihrer Flucht kommt es zu einigen Verwirrungen, die vor allem für Shasta ein überraschendes Ende bereithalten.

Die Geschichte spielt hauptsächlich im orientalischen Kalormen, der großen Wüste und Archenland, einem Verbündeten des Landes Narnia. Die Pevensies sind mittlerweile erwachsen geworden und spielen in dieser Geschichte leider eine untergeordnete Rolle. Die Geschwister haben sich gut gemacht und aus ihren Fehlern gelernt, nun ist es an anderen, sich ihre Schwächen einzugestehen, Demut zu lernen und über sich selbst hinauszuwachsen.
4 Sterne.

4. Buch. Prinz Kaspian von Narnia

Mehr als tausend Jahre sind seit dem Goldenen Zeitalter vergangen und Narnia geht es schlecht. Die Herrschaft hat das Geschlecht der Telmarer aus dem Westen übernommen, das alte Volk der Narnianen wird unterdrückt und lebt im Verborgenen. An der Macht ist der Thronräuber Miraz, Onkel des rechtmäßigen Königs Kaspian X. Dieser musste sich in die Wälder flüchten. Dort trifft er auf Alt-Narnianen, mit denen er sich verbündet, um seinen Thron zurückzuerobern und allen Narnianen ein guter König zu sein.

In unserer Welt ist unterdessen erst ein Jahr vergangen, als die vier Geschwister, gerade auf dem Weg in die Schule, auf den Ruf Kaspians hin vom Bahnhof nach Narnia gezogen werden. Sie treffen auf den Zwerg Trumpkin, der ihnen die Situation auseinandersetzt und sie zu Kaspians Lager führt. Am Ende eröffnet Aslan Peter und Susan, dass diese nun zu alt seien, um nach Narnia zurückkehren zu dürfen, schickt die Kinder in ihre Welt zurück und bietet dies auch den besiegten Telmarern an.

Angesichts der Veränderungen im Lande Narnia – die Biber sind ausgestorben, Narnianen müssen im Verborgenen leben, die Bäume haben sich in sich selbst zurückgezogen und sind in tiefes Schweigen gefallen – war die Rückkehr nicht nur für mich sehr schmerzlich.

Peter, Susan, Edmund und Lucy müssen sich erst in einer im Laufe von 1000 Jahren veränderten und dem Glauben an Aslan beraubten Welt zurechtfinden und sich wieder dem Fantastischen öffnen, Lucy gelingt dies natürlich zuerst, Susan, die um jeden Preis erwachsen sein will, zuletzt. Besonders liebenswert ist Riepischiep, ein kämpferischer, sehr auf seine Ehre bedachter Mäuserich.
5 Sterne.

  • 2. Film. Prinz Kaspian von Narnia

Der zweite Film hält sich nicht mehr so an die Buchvorlage wie noch der erste. Viele Szenen werden in verdrehter Reihenfolge wiedergegeben, manche eingefügt, wahrscheinlich, um die Dramatik zu erhöhen, andere, z.B. das sehr anschaulich beschriebene ausgelassene Siegesfest des Bacchus, des Silenus und dessen wilden Begleiterinnen, bei dem natürlich der Wein in Strömen fließt, werden ausgelassen, wodurch der Film kriegerischer und weniger märchenhaft wirkt als noch das Buch.

Auch wenn Ben Barnes als Kaspian nicht dem im Buch beschriebenen blonden Jungen entspricht, ist er doch ein sehr netter Anblick.

5. Buch. Die Reise auf der Morgenröte

Ein Jahr ist in unserer Welt vergangen. Während Susan nach Amerika gereist ist und Peter unter Professor Kirke seine Studien fortsetzt, werden Lucy und Edmund im Haushalt von Onkel und Tante untergebracht und müssen sich mit ihrem ekelhaften Cousin Eustace Scrubb abgeben. Dieser spießt gern Käfer auf Nadeln, liest Sachbücher und ist vollkommen frei von Fantasie. Er macht sich über Lucys und Edmunds Sehnsucht nach Narnia lustig.

Als sich eines Tages alle drei gemeinsam in Lucys Zimmer befinden, schlägt der Zauber Narnias erneut zu: Durch das Gemälde eines aufgewühlten Meeres, das auf einmal sehr lebendig wird, reisen die drei nach Narnia, sie landen mitten im Wasser und werden an Bord der Morgenröte geholt. Gemeinsam mit König Kaspian und seiner Mannschaft reisen sie gen Osten, auf der Suche nach den 7 Lords, den besten Freunden von Kaspians Vater, Kaspian IX. Der ehrenhafte Mäuserich Riepischiep hingegen strebt einem höherem Ziel entgegen, er will das Land Aslans entdecken. Auf ihrer Reise begegnen sie manch sonderbaren Gestalten, wie den Töffelpötten und einer Seeschlange, der anfangs wenig begeisterte Eustace macht eine Wandlung durch, die wahrhaft unter die Haut geht und so manch einer erfährt mehr über sich selbst, als ihm lieb ist.

Ich empfand die Abfolge der Ereignisse im Film, den ich zuerst sah, logischer und nachvollziehbarer als im Buch, dem irgendwie der rote Faden zu fehlen scheint, gleichwohl hat mich Lewis wieder voll und ganz verzaubert. Die Reisenden begegnen liebevoll geschilderten Fanatsiewesen, Sternen, ihren schlimmsten Albträumen und natürlich Aslan. Riepischieps großer Traum wird wahr und er tritt ein in Aslans Land. Die Schilderung der Reise aus Eustaces Sicht in Form von Tagebucheintragungen fand ich sehr gelungen und amüsant, seine Wandlung war überzeugender als im Film, da nicht so plötzlich und endgültig.
5 Sterne.

  • 3. Film. Die Reise auf der Morgenröte

Dieser Film weicht meiner Meinung nach am meisten von der Buchvorlage ab. Im Gegensatz zum Buch, in dem die Suche der 7 Lords die einzige Mission der Reisenden ist, müssen diese im Film noch den Ursprung des grünen Nebels ergründen, dem Menschen geopfert werden, und Narnia beschützen. Die Stationen auf den einzelnen Inseln finden sich sowohl in Buch als auch Film, allerdings nicht in übereinstimmender Reihenfolge. Die Süßwassermenschen, die Lucy gegen Ende des Buches entdeckt und fasziniert beobachtet, fanden leider keinen Eingang in den Film.
Will Poulter ist als Eustace einfach nur herrlich!

6. Buch. Der silberne Sessel

Nachdem Lucy und Edmund am Ende des 5. Buches erfahren haben, dass nun auch sie nicht mehr nach Narnia zurückkehren dürfen, wird Eustace zusammen mit seiner Schulkameradin Jill von Aslan persönlich nach Narnia gerufen. Dieser klärt Jill über das Ziel ihrer Mission auf, die Rettung von Kaspians Sohn, und offenbart ihr vier Zeichen, die ihnen den Weg weisen sollen. Gleich zu Beginn verpatzen die Kinder das erste Zeichen. Dieses Mal führt die Reise in den Norden, ins Land der Riesen. Gemeinsam mit dem Marschwiggel Puddleglum erleben sie spannende und gefährliche Abenteuer, besuchen Unterland und treffen dort auf sehr eigenartige Kreaturen.

Ich kann nicht genau sagen, warum, aber dieser Band gefällt mir im Vergleich zu seinen Vorgängern nicht mehr so gut. Das liegt sicher zum einen daran, dass die Pevensies nun gar keine Rolle mehr spielen und Eustace, auch wenn er mir am Ende der Reise auf der Morgenröte zwar sympathisch geworden ist, meiner geliebten Lucy einfach nicht das Wasser reichen kann. Jill ist mir unsympathisch und dass die beiden Kinder sich bis kurz vorm Ende immer nur mit dem Nachnamen anreden, nimmt dem Buch das Kindliche, das die Vorgänger noch ausgezeichnet hat. So interessant die Lande und die Wesen, die sie bewohnen, sind, können sie eben nicht mit dem wunderbaren Narnia und seinen märchenhaften Bewohnern mithalten, sodass mich erst das Ende wirklich erfreuen konnte.
4 Sterne.

7. Buch. Der letzte Kampf

300 Jahre sind seit der Rettung Rilians durch die Kinder Eustace und Jill vergangen, sein Nachkomme Trinian herrscht über Narnia. Der Affe Listig findet in einem See ein Löwenfell und überredet seinen Freund, den Esel Dussel, dieses Fell zu tragen und sich als Aslan auszugeben. Der treudoofe Dussel tut, wie ihm geheißen, und Listig macht sich die leichtgläubigen Narnianen untertan, versklavt und verkauft sie an die Kalormen. Als Trinian dies erfährt, will er dem schändlichen Ausverkauf seines Landes Einhalt gebieten, wird aber leider gefangen genommen. In einer Art Vision sieht er die sieben Freunde Narnia (Digory Kirke, Polly, Peter, Edmund, Lucy, Eustace und Jill) und bittet sie um Hilfe. Eustace und Jill gelangen nach Narnia und klären den ganzen Schwindel auf.

Schon zu Beginn wird klar, dass das Ende Narnias, wie wir es kennen, besiegelt ist.

In den letzten Tagen Narnias lebte weit oben im Westen, jenseits des Laternendickichts und nahe dem großen Wasserfall, ein Affe.
(Der letzte Kampf, S. 7)

Dieser Band gefällt mir von allen am wenigsten. Die christliche Intention, die allen sieben Büchern zugrunde liegt, kommt hier am deutlichsten zum Tragen. Aslan lässt Narnia untergehen und holt all diejenigen, die immer treu zu ihm standen, in sein neues Reich, Aslans Land, das wirkliche Narnia. Es stellt sich heraus, dass Eustace und Jill nach Narnia gelangen konnte, weil sie und die anderen fünf Freunde Narnias bei einem Zugunglück ums Leben kamen, sie ließen ihr irdisches Leben hinter sich und gelangten ins Paradies. Die Welt, wie wir sie kennen, ist nur ein Schatten der wahren Welt, in die wir nach unserem Tode kommen.

Wie schon beim Goldenen Kompass beschleicht mich hier leider das Gefühl, dass die Geschichte nur ein Mittel zum Zweck ist, um gewisse Inhalte zu transportieren, hier eben christliche. Meiner Meinung nach stehen hier vor allem die christlichen Vorstellungen im Vordergrund, nicht mehr die Geschichte.
3 Sterne.

Fazit

Die Chroniken von Narnia berichten von der Schaffung über die Entwicklung bis zum Untergang der Welt Narnia. Lewis hat eine fantastische Welt mit märchenhaften und mythischen Wesen geschaffen, die nicht nur Kinder in ihren Bann zu schlagen vermag.

Lewis hat die Fähigkeit, mit seiner einfachen, kindgerechten Sprache wunderbar farbenfrohe Bilder vor meinen Augen heraufzubeschwören. Ich glaube, er und Professor Kirke haben viel gemeinsam. Beide verstehen sich darauf, Dinge auf eine Art und Weise zu erklären, dass Kinder sie verstehen können, ohne sich von oben herab behandelt zu fühlen. Sie behandeln Kinder wie vernunftbegabte Menschen, die sie ja auch sind. Dabei bedient sich Lewis einer Taktik, die ich auch an Erich Kästner zu schätzen weiß – er wendet sich direkt an seine Leser, gibt Beispiele und Vergleiche aus dem täglichen Leben, er nimmt seine Leser ernst.

Könnt ihr euch eine Grasfläche vorstellen, die plötzlich zu sprudeln beginnt wie Wasser in einem Kochtopf? Denn das ist wirklich die beste Beschreibung für das, was jetzt geschah.

(Das Wunder von Narnia, S. 103)

Leider muss ich zugeben, dass man einige Vorwürfe, die ich schon der Trilogie Pullmans gemacht habe, auch Lewis machen kann, so zum Beispiel die eigentliche Intention, die der Reihe zugrunde liegt. Im Gegensatz zu Pullmans Trilogie sind Lewis‘ Bücher christlich geprägt. Das ist mir allerdings erst am Ende des 6. Buches, Der silberne Sessel, negativ aufgefallen, weil hier die christlichen Motive erstmals unverschleiert zum Ausdruck gebracht wurden.

Auch das wahre Narnia, Aslans Land, das in Der letzte Kampf beschrieben wird, gefällt mir nicht. Es ist gewissermaßen zu schön. Wenn alles nur noch schön und gut ist, nimmt man es doch nicht mehr als schön und gut wahr, es wird Normalität. Ohne ein bisschen Zwist kann es keine Harmonie geben, ohne das Hässliche keine wahre Schönheit. Ich glaube, das Paradies ist wohl kein Ort für mich.

Ehrlich gesagt wusste ich bis nach dem dritten Film (ich sah zuerst die Filme und fing erst nach dem dritten an, mich wirklich aktiv für die Reihe zu interessieren und mich darüber zu informieren) nichts von dieser christlichen Motivation und sie fiel mir auch nicht auf – und das will etwas heißen, da ich nicht gläubig bin und es überhaupt nicht leiden kann, missioniert zu werden. Ich habe oft gelesen, dass viele, sogar Christen und unter ihnen auch Tolkien, diese Analogie in den Büchern (scharf) kritisieren, meiner Meinung nach ist es aber der christliche Hintergrund, der für das Besondere in den Büchern sorgt, das Verklärt-Märchenhafte, was ich an den Büchern so liebe.

Trotzdem ist es, auch diesen Vorwurf habe ich oft gelesen, keine reine schwarz-weiß-Malerie, keine Geschichte, in der sich Gut und Böse klar umrissen gegenüberstehen.

So hat jeder Gute neben seinen Stärken auch seine Schwächen und muss lernen, sie sich einzugestehen, um über sich hinauszuwachsen.

Gute lassen sich vom Bösen verführen und werden zu Verrätern (Der König von Narnia), böses Blut bringt Gutes hervor (Prinz Kaspian von Narnia). Um sich gegen einen gemeinsamen Feind zu behaupten, verbünden sich ehemalige Kämpfer beider Seiten (Prinz Kaspian von Narnia), Ungläubige lassen sich eines Besseren belehren und wandeln sich zum Guten (Die Reise auf der Morgenröte), vermeintliche Feinde stellen sich als Freunde heraus (Der silberne Sessel).

Ich habe Narnia nie als Geschichte des christlichen Glaubens gelesen, sondern als Geschichte des Glaubens an das Fantastische, das scheinbar Unmögliche. Eine Geschichte von Freundschaft, Treue, Loyalität, der Möglichkeit des über-sich-Hinauswachsens. Möglich, dass dies alles christliche Tugenden sind, für mich ist das Menschlichkeit.

Meine Lieblingsgeschichte ist eindeutig Der König von Narnia. Mit dieser Geschichte lernte ich Narnia und seine liebenswerten Bewohner kennen, ich machte Bekanntschaft mit Lucy, dem Faun Tumnus, mutigen Sprechenden Bibern und Aslan. Das ist das Alte Narnia, das ursprüngliche Narnia, mein Narnia.

Sie [die Geschichte] ging über drei Seiten, und ehe sie [Lucy] am Ende der ersten angelangt war, hatte sie völlig vergessen, dass sie nur las. Sie lebte in der Geschichte, als würde sie wirklich passieren, und alle Bilder waren auch ganz wirklich. Als sie auf der dritten Seite ans Ende kam, sagte sie: „Das ist die schönste Geschichte, die ich je gelesen habe oder in meinem ganzen Leben je lesen werde. Ach, ich wünschte, ich könnte sie 10 Jahre lang immerzu lesen. Wenigstens einmal lese ich sie noch.“

(Die Reise auf der Morgenröte, S. 137)

Ich wünsche euch allen ein wunderbares neues Jahr mit Glück, Gesundheit und Erfolg im Privaten wie im Beruflichen. Ich wünsche euch nette Menschen und lesenswerte Bücher, die euch in Welten entführen, die es wert sind, geschaffen worden zu sein.

Viele Grüße

Mandy

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