Gestern Abend waren mein Freund und ich auf unserer ersten com.dichter-Lesung und es hat uns sehr gut gefallen. com.dichter gibt jungen Autoren die Möglichkeit, ihre Werke vorzutragen und sich danach mit dem Publikum darüber auszutauschen.

Die Lesung fand in einem „offenen Projektraum“ statt, begrüßt wurden wir vom einladenden Knistern eines Ofens, der Raum war klein und gemütlich, die Atmosphäre fast schon familiär, nicht zuletzt deshalb, weil sich alle irgendwie zu kennen schienen.

Es lasen Domenico Müllensiefen (Prosa) und Sebastian Ringel (Prosa).
Domenico experimentierte mit anfangs zufällig zusammengewürfelten Episodenstücken, die die Geschichte eines Nazis erzählen, mittlerweile bringt er die einzelnen Episoden in eine sinnvolle Reihenfolge und erschafft somit eine fortlaufende Geschichte – wo diese einmal hinführt, weiß er noch nicht genau, das war Thema des anschließenden Gesprächs mit dem Publikum.
Sebastian las 2 Kurzgeschichten vor, eine handelte von einem Mann, der nach dem Scheitern seiner Beziehung mit einer Katze in der leergeräumten Wohnung zurückgelassen wurde und sich über die vielen Fliegen in seiner Küche wunderte, die andere schilderte den seltsamen Todesfall des Rüdiger L. Rüdiger hört eines Nachts einfach nicht mehr auf auszuatmen und liegt am Ende vollkommen ausgepumpt, und tot, im Bett. Nun ist es an seiner Ehefrau, Ruth, sich seiner anzunehmen – das erste Mal nach vielen Jahren. Beide Kurzgeschichten zeichneten sich durch Humor in verschiedenen Ausprägungen aus und trafen nicht nur meinen Geschmack – das ganze Publikum kicherte und lachte. Man könnte beide Geschichten nun unter psychoanalytischen Gesichtspunkten untersuchen, doch der Autor wiegelte ab. Fliegen in seiner eigenen Küche inspirierten ihn zur „Miez“, die Beobachtung seiner eigenen Atmung zum „Rüdiger“.

Die Freundin, die mich zur com.dichter-Lesung einlud, empfahl mir außerdem ein Buch Sebastian Ringels, „5,8 Menschen“. Da mir seine Kurzgeschichten gefielen, griff ich zu. Schon der Klappentext und die ersten paar Seiten, in die ich nur mal eben reinlesen wollten, haben mich neugierig auf mehr gemacht.
Ich werde euch berichten, ob auch ein Roman von ihm mich überzeugen konnte.
Hier schon mal der Klappentext:

Australien. Perth. 1,8 Millionen Menschen. Unter ihnen Kenneth, Schriftsteller aus Leidenschaft, doch es will ihm einfach kein glaubwürdiger Plot gelingen. Arthur fristet im Altersheim sein Dasein und hält sich für das letzte Bollwerk zum Erhalt der Tugenden in der Welt. Da ist weiter der verstockte Robert, der sich immer zwei Tickets für die Bahn kauft, falls er einmal einer hübschen Schwarzfahrerin aushelfen muss. Tucker ist Musiker und hat durch die aus seiner chronischen Unpünktlichkeit resultierende Hektik schon so manche mittelschwere Katastrophe ausgelöst. Seine große Liebe June übt sich dennoch in Geduld mit ihm. Diese fünf Menschen treffen an einem Tauf aufeinander, dessen Verlauf sich nicht einmal Kenneth, sonst ein Experte für konstruierte Handlungen, hätte ausdenken können.

Falls ihr euch für das Buch interessiert, hier findet ihr es bei amazon, ansonsten könnt ihr mir auch eine Mail an buchblogumdieecke@web.de schreiben, ich stelle dann den Kontakt zum Autor her 🙂

Viele Grüße und einen tollen 1. Advent!
Mandy

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