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„Himmel, Fitzek!“

Diese Nachricht schickte ich nach Beendigung des Buches an Christian.
Für mehr fehlten mir die Worte. Aber nach diesem Buch wusste ich, was den Krimis von Thomas Enger fehlt. Alles, was die Bücher von Sebastian Fitzek haben.

Ich möchte soviele Dinge auf einmal schreiben, deswegen wird diese Rezension möglicherweise etwas unstrukturiert, verzieht.

Von der ersten Seite an war es spannend. Von der ersten Seite an wurde man voll involviert. Von der ersten Seite an steckte man in einem moralischen Dilemma. Und das sollte sich das ganze Buch über nicht legen.

Ein Mord geschieht. Nicht der erste in einer Reihe grausamer Morde mit anschließender Kindesentführung. Expolizist und nun Kriminalreporter Alexander Zorbach erfährt verbotenerweise davon und wird in einen Strudel aus Psychsospielchen hineingezogen. Mit ihm die blinde Physiotherapeutin Alina, die den Täter in ihrer Praxis behandelt und somit erkannt haben will.

Obwohl nur knapp über 400 Seiten lang, passiert in diesem Roman soviel, dass es kaum eine Verschnaufpause gab, weder für die Protagonisten, noch für den Leser. Ich hielt teilweise über Seiten die Luft an, um durch nichts im Lesefluss gestört zu werden.
Es ist, typisch Fitzek, gut und flüssig zu lesen, es gibt echte Menschen, die echte Gespräche mit echten Wörtern führen, ohne dabei zu dick aufzutragen, sodass die Dialoge nie aufgesetzt wirken.
Jedes Kapitel endete mit dem Aufwerfen einer neuen Frage, einer neuen Ungereimtheit, einer neuen Wendung, nie konnte ich das Buch aus der Hand legen, weil statt Antworten immer mehr Fragen aufgeworfen wurden

Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven erzählt, Zorbach ist der Ich-Erzähler, weswegen ich mich mit ihm am meisten identifizieren konnte. Ich musste seine Entscheidungen mittreffen, Entscheidungen, die ich hoffentlich nie treffen muss – und so geriet auch ich in die oben angesprochenen moralischen Dilemmata.

Ganz toll finde ich, dass man immer den gleichen Wissensstand wie die Charaktere hatte, wodurch man (zumindest theoretisch) eine Chance hatte, die ganze Geschichte selbst aufzulösen – was mir aber nur zum Teil gelang.

Ganz nebenbei wird der Leser über verschiedene Klischees über Blinde aufgeklärt – in der Danksagung werden viele der im Buch gemachten und teilweise unglaublich klingenden Behauptungen durch „echte“ Blinde bestätigt.
Überhaupt ist schon diese seitenlange Danksagung lesenswert, wirklich liebevoll und einfach nur grundsympathisch geschrieben!

Ich kann dieses Buch jedenfalls nur empfehlen und gebe ihm 5 Sterne.

Direkt im Anschluss habe ich den Augenjäger gelesen, die Rezension folgt.

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